Fellowship für Innovationen in der Hochschullehre geht an Uni Potsdam.

Hamburg. Elektronische Sender und „sokratische Studenten“ sollen den Austausch zwischen Studierenden und Dozenten verbessern: Für dieses innovative Projekt hat die Joachim Herz Stiftung aus Hamburg jetzt Helmut Prechtl von der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Fakultät der Universität Potsdam ein Fellowship für „Innovationen in der Hochschullehre“ verliehen.

In den Naturwissenschaften verhindern überfüllte Vorlesungen im Grundstudium häufig den aktiven Austausch zwischen Studenten und Dozenten. Das ausgezeichnete Projekt will durch zwei Maßnahmen die Interaktion erhöhen: Zum einen setzt es auf studentische Hilfskräfte, die anregende Fragen stellen und damit sowohl das Verständnis erleichtern als auch Mitstudenten die Scheu vor Nachfragen nehmen sollen – die sogenannten „sokratischen Studenten“. Zum anderen sollen Studierende wie bei „Wer wird Millionär“ Fragen elektronisch beantworten und sofort an den Hochschullehrer senden können. Das Ergebnis fließt in die Vorlesung ein. Am Ende des einjährigen Projekts wird überprüft, ob sich die Interaktion in den übervollen Hörsälen tatsächlich verbessert hat.

Insgesamt werden 16 Fellowships im Rahmen des Projektes „Innovationen in der Hochschullehre“ verliehen, einer gemeinsamen Initiative der Baden-Württemberg Stiftung, der Joachim Herz Stiftung und des Stifterverbandes für die Deutsche Wissenschaft. Lehrende aller Fächer – vom wissenschaftlichen Mitarbeiter bis zur Professorin – waren in der Ausschreibung aufgerufen, Ideen für die Stärkung der Lehre einzureichen. Die Fellowships laufen in der Regel über ein Jahr und sind mit 50.000 Euro dotiert. Sie sollen den nötigen Freiraum schaffen, um neue Lehr- und Prüfungsformate zu erarbeiten und Ideen zur Reform des Studienablaufes zu entwickeln.

Die Joachim Herz Stiftung fördert fünf Fellows aus Jena, Leipzig, Magdeburg und Potsdam und setzt einen bewussten Akzent, um die Lehre in den neuen Ländern zu stärken. Monika Harms, Mitglied des Vorstandes der Joachim Herz Stiftung, sagt: „Wir wollen den vorhandenen Reformwillen unterstützen und weiter befördern. Gute Lehre verstärkt die Attraktivität der Hochschulen und wirkt langfristig auch als positiver Standortfaktor.“

Anders als in Westdeutschland sinken die Zahlen der Studienanfänger an vielen Hochschulen in den neuen Ländern. Um niedrige Geburtenraten auszugleichen, werben Universitäten hier verstärkt um Abiturienten aus Hamburg, München oder Köln. Nach ersten Zahlen des Statistischen Bundesamtes ist dies zum Wintersemester 2011 zumeist gelungen – die doppelten Abiturjahrgänge in Bayern und Niedersachsen sowie das Aussetzen des Wehrdienstes haben die Mobilität gen Osten erhöht.


Weitere Informationen zu ausgezeichneten Projekten der Joachim Herz Stiftung sowie Fotos der Fellows finden Sie unter
www.joachim-herz-stiftung.de/de/information/projects/empowerment_domain/innovationen-hochschullehre_project/fellows/index.html

Informationen zu allen 16 Fellowships finden Sie unter
http://www.stifterverband.de/lehrfellows2011

Für Fachinformationen:
Miriam Tidow
Projektleiterin Stipendien
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Für Presseinformationen:
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